Pünktlich 10 Uhr gings von der Kräuterwiese mit Busfahrer Ernst Richtung Haselmühl, wo die zweite Haltestelle war. Die 24 Tennisler plus Freunde bekamen überraschend, anstelle des kleinen 32er einen großen 50er Bus. Es gab somit großzügige Lücken, was aber kein Nachteil war. Vergnügungswart Markus Stammler, der bei seiner "Jungfernfahrt" als Reiseleiter eine glänzende Figur abgab, hatte die Ehre seine Ausflügler zu begrüßen und den Ablauf des Tagesausfluges bekannt zu geben.

Erster richtiger Halt war dann kurz vor Kehlheim, um die vorbereitete Brotzeit zu verkosten. Als kleine Stärkung wurde Leberkäs serviert. Am Fuße der Befreiungshalle in Kehlheim, ging es zur Bootsanlegestelle. Das Kurzarmwetter eignete sich perfekt für die 3/4 Stunde Fahrt mit dem "Schifferl" zum Kloster Weltenburg. Am Oberdeck konnten alle den 23 Grad starken Altweibersommer genießen. Eigentlich sollte noch eine Aktion in Essing eingeschoben werden, aber auf Grund des tollen Wetters entschloß sich die Leitung für einen ausgedehnten Besuch in Weltenburg. Das war auch die richtige Entscheidung, ein paar Damen legten eine Miniwanderung ein, die Herren blieben komplett dem vollbesetzten Biergarten treu.

Gegen 17 Uhr erreichte die Gruppe nach viertelstündigem Spaziergang den Busparkplatz und das Hautziel konnte angesteuert werden. Die Rosenburg in Riedenburg war eine super Sache. Der Hofnarr, welcher übrigens zufälliger Weise aus unserer Gegend stammte (Kastl) führte den ganzen Abend perfekt durchs Programm. Am Eingang zum Burgkeller durfte jeder seine Hände im lauwarmen Wasser baden, es gab noch schnell ein Burgleiberl und schon gings ab. Der Schluck Wein aus dem Horn war der Auftakt zu einem unterhaltsamen Abend mit Musik, Tanz und lustigen Spielen. Ab sofort hieß es beim Anstoßen mit den Krügen nur noch "zum Rausche". Die beiden Ritter Kobra- und Fantobert porbierten den Helm einer Rüstung aus, ein mittelalterlicher Tanz wurde einstudiert, welcher manchen Teilnehmer an seine Grenzen brachte. Kirschkernweitspucken, Ringewerfen brachte ebenso eine Gaudi, wie auch die Schnupfmaschine, bei der es dem ein oder anderen das Gsicht verzog. Das gute alte "ja so woarns, die alten Rittersleit" wurde ausschweifend geträllert. Vorspeise, Ente, Haxn und Nachspeisen wurden aufgetischt, es war sehr lecker und auch richtig locker.

Zum Höhepunkt des Abends wurde dann auch noch unser Teamkapitän Jan in Hand und Kopfschellen gelegt. Er musste einiges über sich ergehen lassen, ehe er endlich befreit wurde.

Schade nur für das super Team der Rosenburg, die Tennisler waren wohl vorerst mit die letzen Gäste, nach 16 Jahren werden bis auf weiteres keine Ritteressen mehr stattfinden.

Also am Ende wieder eine historische Aktion der Sparte Tennis .... der hoffentlich noch viele folgen werden, weiter so, bravo !!!

Der Reiseleiter hatte alles vorbildlich im Griff und legte spontan noch eine Extraschicht Unterhaltung bei der Heimfahrt im Bus ein.

http://www.ritteressen-riedenburg.de/frameset.html

 

 

Herr Wirt tischt auf und gebet mir


 

 

Rittersleut, Knappen, Blödelbarden, Mägde und Waschweiber!

 

Wie Ihr wisset, nehm ich es zum wohlfeilen Anlass, ein Ritterfest zu proklamieren, auf dass dieses dem mittleren Alter entspreche.

Zahlreiche Gäste in holden Gewandungen sollen eilen auf einem übermässig großem Stinkrosse herbei und scheuen keinen Wegezoll.

Groß sei die Freude, da doch alle von Euch mit gar trefflich Speis und Trank in Hülle und Fülle verwöhnet werden.

Es mangle uns an nichts, weder an köstlichen Fleischlappen, noch an Weinbeerblut oder Gerstensaft, noch an maurischem Bohnensud.

Spectaculi und allerley Unterhaltung wollen wir erblicken und unsere Ohren vernehmen.

Der Herold des Schlosses zur Rosenburg gewähre uns so manche Explikation und so manch holde Posse.

Auch vermögen wir zu lauschen gar mittelalterlichen Klängen von gelochten Silberscheibleyn.

Kurzum: wir Sinnen an eine gedeihliche Tafeley und ein gar trefflich Zeitvertreib!

Nun kurzes zum feierlichen Ablaufe:

Es wird sich Eingefunden am vierten Samstag im letzen Monat des währenden Sommers an der Krautweide zu Amberg.

Die Zeit sei früh!

Zwei Stunden bevor die Dienstmägde die Mittags-Speisen richte beginnt die Pilgerei.

Unser bereiftes Stinkross bringe uns gar wohlbehalten in die Kreisstadt zu Kehlheim zum Ausgange des Donaudurchbruches, wo wir kurzerhand zu Wasser gelassen werden, um uns nach einer dreiviertelstündiger Fahrt, hinter den Mauern des Klosters zu Weltenburg an einem köstlich kühlen Rittertrunk laben.

Ab der Abendstund die sei 6 bevor des Mitternachts finden wir uns ein auf der Rosenburg zu Riedenburg um uns der ausnahmsolsen Völlerei hinzugeben.

2 Stunden vor Geisterstund sei die Rückfahrt angedacht.

Zu berappen ist folgendes: 60,- Gulden pro Knappe oder Magd für Speis, Wein, Weib und Gesang ( all in )

Die Busfahrt übernimmt komplett die Tennissparte ( Wert ca. 20,- Gulden pro Knappe oder Magd )

Schifffahrt ca. 5,- Gulden pro Knappe oder Magd

Aus dem Grunde das es sich um ein besinnlich Pilger handle bleibe Gesinde wie klein- und halbwüchsiges Gebälg bei Oheim oder Wase im eigenen Logement!

Da die Reservation des pflichtens ist, seit gebten mir bis zum Montage in der 30. Woche (25.07.) VERBINDLICH zu oder abzusagen! Es werde verlangt eine Anzahlung von 50,- Gulden pro Knappe und Magd Zahlbar eilend nach Zusage!

Der Rest werde euch abgeknüpfet sobald ihr sitzet auf dem Stinkross!

Dann wohlan, gedeiliche Esslust und guten Durste bis hin zum Rausche!

Der Warte fürs vergnügliche Wohlsein

Edelmann Von und Zu Stammler